Die Regierung von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bereitet einem Bericht zufolge eine Provisional Measure vor, die neue Beschränkungen für Wettanbieter einführen und möglicherweise bestimmte Segmente der Branche verbieten könnte. Die Nachricht kommt kurz vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen im Oktober.
Präsident Lula möchte Glücksspiele einschränken
Nach Angaben von CNN Brazil prüft die Regierung strengere Beschränkungen für Wettwerbung, einschließlich eines möglichen Verbots von Online-Casino-Spielen. Unter der Leitung des Chief of Staff's Office zielt der Vorschlag darauf ab, Marktbeschränkungen mit unmittelbarer Wirkung einzuführen und damit das langwierige Legislativverfahren zu umgehen, das erforderlich ist, damit ein Gesetzentwurf den Nationalkongress passiert.
Die Regierung erwägt, schwere Sanktionen zu verhängen, einschließlich eines möglichen vollständigen Verbots bestimmter Kategorien wie Online-Casinos und bestimmter Funktionen von Sportwettplattformen. Der Druck, den Vorschlag zu überarbeiten und ihn in der nächsten Woche den Abgeordneten vorzulegen, wird auch durch politische Überlegungen getrieben.
Interne Umfragen der Workers' Party zeigen, dass drei von vier Brasilianern die Praktiken von Glücksspielplattformen ablehnen. Der Widerstand ist besonders stark unter jungen Menschen und Frauen, die wichtige Zielgruppen für Lulas Wiederwahlkampagne darstellen.
Mit weniger als 30 Tagen bis zu den Wahlen könnte die Gewinnung dieser Zielgruppen für Lula entscheidend sein. Interne Umfragen der Workers' Party, zitiert von Journalist Lauro Jardim in seiner Sonntagskolumne für O Globo, zeigen Berichten zufolge, dass Lulas Zustimmungsquote auf ihren niedrigsten Stand im vergangenen Jahr gefallen ist.
Allerdings ist Lulas Strategie, Unterstützung durch strikte Glücksspielbeschränkungen zu gewinnen, nicht ganz unbegründet. Nach einer kürzlich durchgeführten Studie leiden mehr als zwei Millionen Brasilianer an klinischer Spielsucht, während weitere sieben Millionen und eine halbe Million als Problemspieler eingestuft werden.
Während einige präsidiale Berater die möglichen Auswirkungen strengerer Beschränkungen bewerten, setzt sich eine andere Fraktion innerhalb der Regierung für einen begrenzteren Ansatz ein. Das Finanzministerium, das den Sektor in den letzten Jahren beaufsichtigt hat, lehnt sich gegen strengere Maßnahmen auf. Finanzminister Dario Durigan steht vor der Herausforderung, Lula davon zu überzeugen, dass die Aufrechterhaltung einer gut regulierten Wettindustrie für Brasiliens öffentliche Finanzen wichtig ist, da das Land 2025 fast BRL 10 Milliarden ($1,97 Milliarden) an Steuereinnahmen aus dem lizenzierten Wettsektor einnahm.
Was hat Lula gesagt?
Nach CNN Brazil sagte Präsident Lula, dass er persönlich für ein Ende des Glücksspiels wäre, da es der Gesellschaft schadet. Er räumte jedoch ein, dass er als Präsident breitere politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität berücksichtigen und andere konsultieren müsse, bevor er Maßnahmen ergreife.
Lula betonte auch, dass die Regierung handeln müsse, entweder durch drastische Maßnahmen oder durch einen begrenzteren Ansatz. Er erklärte, dass er das Treffen einberufen habe, um von Vertretern der Gesellschaft zu hören, und merkte an, dass die Entscheidung bereits weitgehend gefallen sei, wobei das Treffen dazu diene, den Kurs der Regierung zu finalisieren und zu formalisieren.
Trotz Lulas Ziel, schwere Glücksspieleinschränkungen im Land einzuführen, sind viele Unternehmen weiterhin bestrebt, die große Spielerbasis in Brasilien zu erschließen. So kündigte beispielsweise Playtech kürzlich einen Start in Brasilien für nächstes Jahr an, nachdem das Unternehmen starkes Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2026 vermeldete.